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Familiennamen ohne Geschichte? Anmerkungen zum DFD (1) — 9 Kommentare

  1. Vielen Dank, Herr Kemper, für diese Kritik. Bereits zu meinem eigenen Namen vermisse ich eine gründlichere Ausarbeitung; die mich betreffende Nebenbedeutung ist beispielsweise gar nicht erfasst. Sie stammt nämlich aus Schlesien. Das unterstreicht, dass eine Namenssammlung, die sich auf das Bundesgebiet beschränkt, vielleicht bequemer, aber nicht sachgerecht ist. Namen kennen keine Grenzen; Namen sind Teil der Kultur, und deutsche Kultur gibt es nicht nur in der Bundesrepublik.

  2. Ich habe über 10 Namen innerhalb meiner Familie gesucht. Keinen gefunden, obwohl alle im telefonverteilungsverzeichnisvzu finden sind!

    • Wie ich im Artikel geschrieben habe, sind bislang ja auch nur rund 1.400 Namenartikel online. Wenn man bedenkt, dass manche Namen direkt mit zehn Artikeln bedacht werden (Meyer, Türk …), dann werden von den rund 1.400 Namenartikeln nur einige hundert Namen abgedeckt. Es kommt hinzu, dass im Moment anscheinend bevorzugt türkische Familiennamen bearbeitet werden …

  3. Auch mein Familienname erscheint noch nicht, den ich in allen möglichen Schreibweisen in der Suchmaske eingegeben habe. Das liegt wohl daran, dass der Name PASSAUER noch zu den „noch-nicht-erfassten“ Familiennamen gehört. Ich übe mich in Geduld.

  4. Bei der Onomastik der deutschen Familiennamen schreiben die Lexika seit Jahrzehnten von einander ab, ohne eigene Nachforschungen zu betreiben. Gerade im heutigen Internetzeitalter durfte es nicht allzu schwer sein, die vielen genealogisch Tätigen zur Mitteilung ihrer Erkenntnisse über Ihre Familiennamen zu bewegen. Sie könnten das frühe Auftreten eines Namens mit seinen sprachlichen und grafischen Varianten zeitlich und örtlich nachweisen. Sie könnten die von ihnen gefunden Namensdeutungen mit ihren Erfahrungen weitergeben. So stammt der Name:
    – Lorig, Lorrig, Lohrig, Lorich – möglicherweise von frühen Auswanderern aus dem kleinen aber uralten Ort Lorich bei Trier, die man in anderen Orten nach ihrem Herkunftsort benannte. Ebenso wohl auch bei – Soest, von Soest, van Soest, Soester mit dem Herkunftsort Soest. ähnlich wohl auch bei westfälischen Hofnamen, der ursprüngliche Hofname „Meier zu Batenhorst“ vereinfacht sich über „Meier Batenhorst“ zu Batenhorst.
    Nur für den in Wiedenbrück häufigen Namen „Goldkuhle“ habe ich bisher noch keine Deutung gefunden. Er bürgert um 1600 bereits als Goldkuhl dort ein.

  5. Zum im DFD erwähnten Beispiel-Versuch, den Namen „Schillo“ richtig zu deuten, eine Anmerkung. Stimmt wohl so, dass dieser Name über „Gillot“ von „Aegidius“ abgeleitet werden kann. Und die räumliche Zuordnung passt wohl auch. „Gillot“-Namensträger gibt es aktuell in Oppenheim am Rhein. Auch gibt es eine Ableitung „Gilles“ zu Aegidius an der Mittelmosel in Klotten/Mosel. Wie soll das denn im DFD dargestellt werden?

    • Tja, gute Frage, lieber Stefan. Auf die Darstellung historischer Entwicklungen bei den Namen verzichtet das DFD leider.

  6. Pingback: Falsches und Fragwürdiges im DFD – Saecula